Babys wollen sich bewegen

 

Den Kopf heben, auf die Arme stützen, umdrehen, krabbeln, stehen, gehen: In den ersten Lebensjahren machen Kinder riesige Entwicklungsschritte. Damit das gelingt, haben schon Babys einen angeborenen Bewegungsdrang. In Wippe oder Autositz wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt, das behindert die Entwicklung. Schaffen Sie als Eltern Platz und viele Möglichkeiten zur Bewegung!

Bewegung steuert das Lernen

Liesel Polinski hat das Prager-Eltern-Kind-Programm (PEKiP) mitbegründet, weil sie überzeugt war, dass jede Entwicklung mit Bewegung beginnt und jede Bewegung das Lernen anregt. Tatsächlich macht Bewegung schlau! Babys trainieren durch Strampeln, Drehen, Krabbeln, Laufen oder Klettern ihr Gleichgewichtsorgan, eine der wichtigsten Schaltzellen in unserem Gehirn. Durch Bewegung nehmen Babys ihren eigenen Körper bewusst wahr und gehen in Kontakt mit ihrer Umwelt. Kugeln und Strampeln bringen außerdem den Kreislauf in Schwung, das Herz wird kräftiger und die Entwicklung von Knochen und Muskeln unterstützt. Bei Bewegung geht das Gehirn in Höchstleistung und bildet wichtige Botenstoffe und neue Nervenzellen.

Babys Entwicklungs-Fünfkampf

Drehen, Robben, Krabbeln, Stehen, Laufen – diese fünf Disziplinen durchlaufen alle Babys von Anfang an. Bereits im Mutterleib bereitet sich der Embryo mit Beugen, Strecken, Atembewegung, Gähnen und Trinken auf die Anforderungen „draußen“ vor. In den ersten drei Monaten entwickeln Babys die Kopfkontrolle und wichtige Reflexe, wie z.B. den Klammerreflex. Etwa ab dem 5. Monat versucht das Baby sich zur Seite oder vom Rücken- in die Bauchlage und zurück zu drehen. Ab dem 7. Monat geht`s richtig los: Robben, Krabbeln und der Vierfüßlerstand stehen jetzt auf dem Fitnessprogramm. Mit etwa 9 Monaten können Babys sich selbständig aufsetzen und stabil sitzen. Nun wollen sie hoch hinaus. Überall versuchen sie, sich nach oben zu ziehen und zu klettern. Die ersten Schritte gelingen um den ersten Geburtstag herum oder kurz danach. Danach kommt der Feinschliff: Rennen, Werfen, Fangen und das erste Laufrad oder Dreirad sind jetzt beliebte Fitnessgeräte. Bereits um den 4. Geburtstag herum können Kinder Radfahren lernen und sind kaum zu bremsen: „Kommt ihr, Mama und Papa?“

Bewegungskünstler brauchen Freiheit

Wer sich bewegen will, braucht Platz, eine sichere Umgebung und bequeme Klamotten. Wenn Babys ab dem 7. Monat loslegen, ihren Radius mit Robben und Krabbeln erweitern, müssen die Bodenvase aus dem Weg, Decken vom Tisch und Dekomaterial außer Reichweite. Spitze Ecken und Kanten sollten Sie sichern, ebenso wie Steckdosen, Schubladen und Schranktüren. Spätestens jetzt ist es an der Zeit, Wohnung oder Haus babysicher zu machen! Kleidchen und enge Jeans sind zwar schick, für die ersten Strampel- und Drehversuche aber unpraktisch. Bequeme Jersey-Hosen, eine Strumpfhose oder ein Strampelanzug sind jetzt das ideale Outfit. Hier kann nichts rutschen, keine Bündchen oder Knöpfe drücken. Achten Sie außerdem darauf, dass die Windel passt, genügend Beinfreiheit gewährt und nicht einschneidet. Stoppersocken oder Lederschühchen sind jetzt am besten. Richtige Schuhe brauchen Babys frühestens für die ersten Schritte auf der Straße.

Bewegungsmöglichkeiten schaffen

Babys lieben es, nach dem Baden oder Wickeln noch nackt zu strampeln. Einmal auf dem Bauch, einmal auf dem Rücken, so kann Ihr Baby mit Händen und Beinchen spielen, auf unterschiedliche Art strampeln und versuchen sich auf die Unterarme zu stützen. Für ein interessantes Spielzeug, eine Rassel oder einen Ball bewegen sich Babys gerne. Kleine „Robben“ oder Krabbelkinder lieben Hindernisse wie Kissen oder Matten.

Wichtig: Bringen Sie Ihr Baby nicht in Positionen (Sitzen oder Stehen), die es nicht alleine erreichen kann! Abstützen oder richtig fallen kann es sonst nicht selbstständig erlernen. Verzichten Sie auch auf Lauflernhilfen – an Ihrer Hand laufen Babys am liebsten.

 

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    Gabriele Gorny

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