Von jetzt auf gleich fanden sich viele Eltern plötzlich im Home Office wieder. Manche freuen sich, andere vermissen den Arbeitsalltag mit den Kolleg*innen schmerzlich. Großer Haken an der neuen Situation: Da die Schulen und Kitas geschlossen wurden, sind Eltern gleichzeitig als Kinderbetreuung und Ersatzlehrer gefragt.

Die Corona-Krise lässt von unserem gewohnten Leben gerade nicht viel übrig. Das verunsichert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Jetzt ist Realismus angesagt. Niemand kann Hilfslehrer und Entertainer für die Kinder und gleichzeitig vollwertiger Mitarbeiter sein. Auch für Kinder ist die Situation schwierig und sie können nicht so „funktionieren“ wie in guten Zeiten. Manche sind extrem anhänglich oder quengeln viel, andere sind wütend oder lustlos. Da Kinder Anspannung und Ängste ihrer Eltern spüren und als bedrohliche Situation einstufen, sind Eltern gefordert, möglichst viel Ruhe und Gelassenheit vorzuleben. Gar nicht so einfach, wenn man selbst mit der Ausnahmesituation überfordert ist!

Wo ist der Familienrhythmus?

Gewohnte Alltagsabläufe geben Sicherheit. Soweit möglich können Eltern gewisse Elemente beibehalten. Bei den Kleineren gibt es dann vielleicht einen Stuhlkreis mit Geschwistern und Kuscheltieren, die Vesperpause mit geschnittenem Obst und Rohkost oder den gewohnten Wechsel von Spiel- und Bewegungszeiten. Bei Schulkindern können die morgendlichen Abläufe beibehalten werden, selbst wenn die Familie eine Stunde länger schläft als in Schulzeiten. Auch ein Stundenplan mit Bewegungspausen kann grob eingehalten werden, wenn auch nur für zwei bis drei Studen. Wozu das Ganze? Je sicherer die Kinder sich fühlen, desto entspannter verläuft das Familienleben, umso selbstständiger verhalten sich die Größeren. Das erleichtert Ihre Arbeit im Home-Office zu Corona-Zeiten beträchtlich.

Arbeit und der Rest des Lebens

Probleme im Home-Office treten vor allem dann auf, wenn Arbeit und Freizeit, Haushalt etc. nicht klar abgetrennt sind. Zeitlich bedeutet das, mit einem Tages- und Wochenplan festzulegen, wann gearbeitet wird. Und dann nicht „zwischendurch“ das chaotische Wohnzimmer aufzuräumen oder die Waschmaschine zu befüllen. Ebenso konsequent sollte man den Feierabend einhalten – viele Home Office Beschäftigte achten zu wenig auf Erholungsphasen. Passen Sie die Arbeitszeiten am besten an den Rhythmus der Kinder an, an die Schlafzeiten von Babys oder Kleinkindern und die Lernzeiten der Größeren, wenn sie ihre Arbeitsblätter ausfüllen.
Richten Sie sich einen eigenen Arbeitsbereich ein, auf dem Sie auch Sachen liegen lassen können. Der Esstisch eignet sich deshalb nicht so gut. Ihr Arbeitsplatz ist kinderfreie Zone, sonst werden wichtige Unterlagen schnell zum Malpapier umfunktioniert. Jüngere Kinder behalten Sie beim Arbeiten besser im Blick. Unser Tipp: Ein Kinderbüro sorgt für beschäftigte Zwerge. Auf einem extra Kindertisch bieten Sie eine alte Computertastatur, ein ausrangiertes Smartphone, reichlich Papier und Stifte, Locher und Stempel an. Bastelfans freuen sich über eine Kreativkiste mit viel Material wie Klorollen, alte Schachteln, Stoff- oder Wollresten, die es nur gibt, wenn Mama oder Papa arbeiten müssen.

Gabriele Gorny

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