Die Schließung der Schulen hat viele Kinder und Jugendlichen völlig unerwartet getroffen. Lehrer und Eltern ebenso. Müssen Eltern jetzt das Unterrichten übernehmen oder werden die Kinder alles Gelernte vergessen?

„Das sind keine Ferien!“ Diese Aussage gaben die Lehrkräfte an diesem Freitag, den 13. März, den verdutzen Schülern und Schülerinnen mit nach Hause. Neben einem ganzen Stapel an Arbeitsblättern, Aufgaben und Materialien. Schule ist diese Zwangspause allerdings auch nicht. Die Eltern können und sollen nicht den Lehrplan erfüllen. Für Übertritt oder Abschlussprüfungen gibt es Sonderlösungen und das Sitzenbleiben wird vermutlich für dieses Jahr abgeschafft. Die Details werden erst geklärt, wenn feststeht, ob die Schulen wie geplant am 20. April wieder öffnen können.
Arbeitsblätter und Lernaufgaben sollen in erster Linie die Kinder beschäftigen – auch weil die Eltern ja meist arbeiten müssen. Gleichzeitig soll das vorhandene Wissen gefestigt und wiederholt werden, damit durch die wochenlange Zwangspause nicht so viel verloren geht. Soweit vorhanden folgen Sie bitte den Empfehlungen der Lehrkräfte Ihrer Kinder. Wenn Sie sich mit den Lernzeiten am Stundenplan der Schule orientieren, behalten die Kinder ein wenig von ihrer gewohnten Tagesstruktur – die Lernzeit pro Fach darf aber geringer sein. Zum Teil geben die Lehrer*innen eine tägliche Lernzeit von zwei bis drei Stunden als Empfehlung. Bei Jugendlichen der Oberstufe oder kurz vor dem Schulabschluss wird dagegen selbstständiges und intensiveres Arbeiten erwartet.

Schule daheim – auf geht’s!

Ein geregelter Tagesablauf ist ganz wichtig. Wenn die Lernzeit jeden Tag zur gleichen Uhrzeit beginnt, sparen Eltern sich die Diskussionen über die Frage „Kann ich vorher noch schnell…?“ Gut für die Konzentration ist ein aufgeräumter Arbeitsplatz, auf dem sich nur die Schulsachen des Faches befinden, das gerade dran ist. Manchen Kindern tut die ruhige Atmosphäre gut, wenn sie mit Geschwistern oder Eltern im gleichen Raum arbeiten. Da in diesen Corona-Zeiten die Eltern Home-Office mit der Kinderbetreuung verbinden müssen, hilft die Vereinbarung, dass Kinder auftretende Fragen zunächst auf einen Zettel schreiben. In der nächsten Pause werden sie dann geklärt.

Corona-Lernen statt Hausaufgaben

Eltern dürfen die Corona-Krise auch als Chance für eine größere Selbstständigkeit ihrer Kinder sehen. Wer bisher Hausaufgaben intensiv begleitet hat, muss jetzt aufgrund der eigenen Arbeit anders mit der Lernzeit umgehen. Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie in der Schule ja auch nicht neben ihm sitzen. Nach einer gewissen Umgewöhnungsphase werden Sie beide entdecken, wie gut Sohn oder Tochter schon vieles alleine hinbekommen. Beim Üben von Einmaleins oder Vokabeln sowie beim gemeinsamen, abwechselnden Lesen sind Eltern als „Trainingspartner“ aber immer willkommen und hilfreich.

Gabriele Gorny

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