Schule daheim statt Unterricht, Kinderzimmer statt Pausenhof – die Corona-Krise hat das Lernen unserer Kinder stark verändert und gleichzeitig den Bewegungsradius stark eingeschränkt. Eltern können mit Bewegungsangeboten das Lernen unterstützen.

Raus mit euch!

Lernen geht nicht nur mit dem Kopf! Körperliche Bewegung im steigert die Hirnaktivitäten und die Verknüpfung der Nervenzellen im Gehirn. Schleicht sich beim Lernen Müdigkeit ein, macht eine kurze Bewegungspause oder kräftiges Herumzappeln den Kopf wieder wacher, Konzentration und Aufnahmefähigkeit nehmen zu. Auch nicht zu unterschätzen in der jetzigen Corona-Zeit: Sport hilft beim Stressabbau und sorgt für gute Laune! Die Möglichkeit zum Rausgehen sollte Eltern mit ihren Kindern deshalb unbedingt nutzen.

Jogging ist doof und Spaziergehen langweilig? Da müssen Eltern mit Fantasie ein bisschen zaubern: Neben Roller, Inliner oder Fahrrad fahren könnten Kinder auch Hüpfen, Rückwärtslaufen, in Schlangenlinien oder immer drei Schritte vor und einen zurück. Fußballer dürfen momentan nicht in der Mannschaft spielen, aber gerne beim Spaziergang dribbeln. Man kann als Familie auch beim Gehen Geschichten erfinden, während an jeder Straßenkreuzung der Erzähler wechselt.

Bewegung beim Lernen

Auch bei „Schule daheim“ sind Bewegungspausen sinnvoll und steigern den Lernerfolg. Aber was geht mit wenig Platz? Ein Slalom-Parcours durch das Wohnzimmer ist mit Stühlen oder Kissen schnell eingerichtet und schnell wieder weggeräumt. Socken-Basketball hat in Corona-Zeiten gute Chancen, olympische Sportart zu werden. Man braucht nur einen leeren Papierkorb und möglichst viele zusammengerollte Sockenpaare. Auch eine schnelle Runde Kinderdisco ist selbst in kleinen Kinderzimmern möglich. Mit Kopfhörern kann jeder seine eigene Lieblingsmusik hören und die Nachbarn haben trotzdem ihre Ruhe.

Bei manchen Arbeitsaufträgen kann man Bewegung ganz leicht einbauen. Der Klassiker ist das Laufdiktat. Dabei hängt ein Text im Nebenzimmer oder liegt auf dem Fensterbrett. Das Kind soll nun hingehen, sich den ersten Satz einprägen, an den Schreibtisch setzen und aus dem Gedächtnis aufschreiben, wieder zum Text laufen, usw. Ähnlich funktionieren Rechenaufgaben, bei denen die Lösungen an anderer Stelle liegen: Aufgabe holen: rechnen, kontrollieren, nächste holen… Eine andere Möglichkeit ist das Basteln oder Bauen beim Lernen, wenn große Lernplakate erstellt oder geometrische Figuren aus Bändern oder Zeitungspapier gelegt werden. Das Geheimnis dabei: Wird Lernen mit Bewegung verknüpft, egal welcher, speichert das Gehirn die Informationen intensiver ab. Deshalb sollen auch das Einmaleins, Vokabeln oder anderes Faktenwissen viel besser im Gedächtnis bleiben, wenn Kinder und Jugendliche beim Üben und Abfragen gleichzeitig Jonglieren, Trampolin hüpfen, Schaukeln oder einen Ball hin und her werfen. Diese Lernchance nicht zu nutzen, wäre auch in Corona-Zeiten sehr schade.

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    Gabriele Gorny

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