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Notfalltipps für schlaflose Eltern

Die meisten Ursachen von unruhigem Babyschlaf können Eltern beeinflussen.

Die kurzen Nächte mit Baby oder Kleinkind können oftmals ganz schön kräftezehrend sein. Werfen wir einen Blick auf die häufigsten Schlafherausforderungen und sprechen vor allem darüber, wie man passende Lösungen findet.

Das beschäftigt die Eltern beim Thema Baby- und Kleinkindschlaf am meisten:

  • Häufiges nächtliches Erwachen
  • Lange Wachphasen in der Nacht
  • Frühe Aufstehzeit
  • Schwierigkeiten beim Einschlafen

Drei wichtige Notfalltipps

Die oben genannten Herausforderungen können natürlich vielfältige Ursachen haben. Einige davon können wir kaum beeinflussen, dazu zählen körperliche Faktoren wie Schmerzen, Infekte oder Zahnweh und auch emotionale Faktoren wie beispielweise bei großen Veränderungen wie Kita-Eingewöhnung oder Urlaub.

Die meisten Ursachen sind jedoch beeinflussbar und man kann sogar präventiv an einer guten Schlafhygiene arbeiten. Die folgenden Empfehlungen gelten ab einem Alter von ca. 16 Wochen:

  1. Regelmäßige Schlafangebote
  2. Schlafangebot zur richtigen Zeit machen: Zu frühe oder zu späte Schlafangebote können die Einschlafzeit des Kindes deutlich verlängern. Hier geht es oftmals nur um 15-20 Minuten, die das Einschlafen erschweren können.
  3. Müdigkeitszeichen berücksichtigen: Wenn das Kind  keine Müdigkeitsanzeichen zeigt und das Einschlafen länger als 20 Minuten dauert, dann kann man sich an altersentsprechenden Wachzeiten orientieren. Eine Übersicht findet man auf meiner Homepage www.sleepinglittlepanda.de.

 

Марина Вельможко auf Pixabay

 


Fünf weitere Schlaftipps für Babys & Kleinkinder

1. Tagesstruktur etablieren

Kinder lieben feste Strukturen, denn sie geben Halt und Sicherheit. Die Schläfchen sollten daher möglichst immer zur gleichen Zeit stattfinden oder alternativ sollten die Wachzeiten zwischen den Schläfchen jeden Tag gleich sein. Somit kann man Übermüdung vorbeugen, denn diese ist eine der häufigsten Gründe für mehrmaliges nächtliches Erwachen sowie lange nächtliche Wachphasen oder auch frühes Erwachen am nächsten Tag. Bei Übermüdung wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet und dieses hält unsere Kinder leider eher wach, als dass es einen guten Schlaf fördert. Die Devise „Später ins Bett, damit das Kind länger schläft“ ist also der falsche Ratgeber.

2. Zeitlicher Abstand zwischen der letzten festen Mahlzeit und der Schlafenszeit

Sobald das Baby Brei oder andere feste Nahrung zu sich nimmst, sollte ein Abstand von ca. 45-60 Minuten zum Nachtschlaf eingehalten werden. Somit gibt man dem Körper Zeit, die Verdauung anzukurbeln und vermeidet Unruhe beim Einschlafen.

3. Dunkle Schlafumgebung

Das Schlafhormon Melatonin wird bei Dunkelheit vom Körper vermehrt produziert. Daher ist es ratsam, die Schlafräume auch bei den Tagschläfchen komplett abzudunkeln. Gerne startet man mit dem Abdunkeln schon 20-30 Minuten vor dem eigentlichen Einschlafzeitpunkt, damit der Körper die Möglichkeit hat, die Hormonproduktion anzukurbeln.

Bild von Bob Dmyt auf Pixabay

4. Blaues Licht vermeiden

Ein bis zwei Stunden vor dem Einschlafen sollte blaues Licht vermieden werden. Das bedeutet: kein Handy, Tablet, TV.

5. Harmonie am Abend und ein festes Schlafritual

Babys und Kleinkinder lieben feste Abläufe, die vorhersehbar sind. Das erleichtert es ihnen, in den Schlaf zu finden. Daher ist ein entspannendes Schafritual – tagsüber wie abends – sinnvoll. Dafür sollte genügend Zeit eingeplant werden, 20-30 Minuten ist eine gute Orientierung. Ein Schlafritual startet mit dem aktiven Teil wie Wickeln, Hygiene und Umziehen und geht über in einen passiven Teil wie Singen, Buch vorlesen oder aber einer kleinen Massage.

 

Bild von nicojoss auf Pixabay

 


Individuelle Schlafgewohnheiten …

Ein weiterer Grund für häufiges, nächtliches Erwachen sind neben den genannten Ursachen noch prägende Einschlafgewohnheiten. Jeder Mensch verbindet bestimmte Handlungen mit dem Einschlafen. Bei uns Erwachsenen ist es vielleicht ein Buch, welches wir noch lesen oder ein Podcast, den wir noch hören. Oder es ist einfach nur die warme Bettdecke, die bekannte Matratze sowie die geräuschreduzierenden Ohrstöpsel, die unsere ganz persönliche Komfortzone ausmachen. Wenn wir nachts nach einem Schlafzyklus erwachen, prüfen wir ganz automatisch im halbwachen Zustand, ob unsere bekannte Komfortzone noch vorhanden ist. Wenn wir kleinere Abweichungen feststellen, können wir diese schnell korrigieren, indem wir beispielweise unsere Bettdecke wieder ein Stück hochziehen, damit uns wieder wärmer wird. Wenn wir größere Abweichungen feststellen – wenn wir also beispielweise ein komisches Geräusch hören, welches wir nicht zuordnen können – so würden wir richtig erwachen und die Situation prüfen. Denn wir alle brauchen Sicherheit beim Schlafen.

… unserer Babys und Kleinkinder

Sei es das Einschlafen auf dem Arm oder in der Trage – dabei spielt der Bewegungsreiz häufig eine große Rolle. Andere Schlafgewohnheiten sind das Einschlafstillen, die Flasche zum Einschlafen oder Hilfsmittel wie die Federwiege oder der Kinderwagen.

Jedes Kind entwickelt mit der Zeit gewisse Präferenzen und je häufiger diese bestimmte Einschlafgewohnheit wiederholt wird, umso stärker wird diese Gewohnheit im Gehirn als feste Verknüpfung eingespeichert, denn diese Gewohnheit schenkt unseren Kindern die nötige Sicherheit, um entspannen zu können. Das ist ein ganz natürlicher und nachvollziehbarer Prozess.

Bild von Iuliia Bondarenko auf Pixabay

Manche Babys und Kleinkinder brauchen diese Sicherheit dann aber auch nachts, um vom einen in den nächsten Schlafzyklus zu wechseln. Ohne diese Unterstützung finden sie nicht mehr zurück in den Schlaf. Das bedeutet für viele Eltern, dass sie nachts sehr häufig stillen, Fläschchen geben oder tragen müssen. Diese Situation ist absolut normal und nicht besorgniserregend! Wenn es für die ganze Familie tragbar ist, so gibt es keinen Handlungsbedarf.

Wenn es aber dazu führt, dass das Baby nachts kaum erholsamen Schlaf erhält oder die Eltern unter extremen Schlafentzug leiden, dann kann man an diesen Gewohnheiten sanft und in kleinen Schritten arbeiten, damit das Einschlafen unabhängiger wird von einer speziellen Situation.

Das klappt ohne das Baby oder Kleinkind schreien zu lassen, indem man passende, kleine und individuelle Schritte geht! Man ist dabei immer an der Seite des Kindes, tröstet es angemessen mit viel Körperkontakt und zwingt es niemals in eine bestimmte Situation. Von sogenannten „Schlaftrainings“ sollte man größtmöglichen Abstand halten, diese zerstören möglicherweise das Urvertrauen und die Bindung.

 

Das Fazit:

Man kann nicht zu jeder Zeit einen guten Schlaf sicherstellen, denn es gibt entwicklungsbedingt einfach schwierigere Phasen. Man kann jedoch die optimalen Rahmenbedingungen schaffen, somit guten Schlaf fördern und dem Kind damit möglichst viel Sicherheit geben.

 

Beitragsbild Bildnachweis: Bild von Tú Nguyễn auf Pixabay – Baby & Mond

 

 

 

 

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