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Tschüss Windel

Wie du dein Kind entspannt beim Trockenwerden begleitest

Irgendwann ist es so weit: Die Windel kommt weg und dein Kind lernt, allein aufs Töpfchen oder die Toilette zu gehen. Das ist ein großer Schritt in der Entwicklung – aber kein Wettlauf! Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Manche sind schon mit zwei Jahren so weit, andere erst mit vier oder später. Und das ist völlig okay.

Es kommt nicht aufs Alter an

Wichtiger als das Alter ist die sogenannte „Reife“ – also ob dein Kind körperlich und emotional bereit ist. Es muss Blase und Darm kontrollieren können, spüren, wann es muss, und das irgendwie mitteilen. Erst dann klappt’s auch ohne Windel.

Die Anzeichen dafür, dass dein Kind bereit sein könnte, sind vielfältig. Zum Beispiel bleibt es über längere Zeit trocken. Es sagt dir, wenn es aufs Klo muss, oder zeigt es dir durch sein Verhalten. Außerdem interessiert es sich für das Töpfchen oder die Toilette. Ein weiteres Zeichen ist, dass es nasse oder volle Windeln zunehmend und sichtbar unangenehm findet.

Wenn du solche Signale bemerkst, ist das ein guter Moment, das Thema ganz entspannt aufzugreifen – ohne Druck.

Der richtige Zeitpunkt

Geduld ist wichtig, aber wenn dein Kind zeigt, dass es bereit ist, solltest du es auch dabei unterstützen. Nicht aus Bequemlichkeit oder emotionalen Gründen zögern, etwa weil es schwerfällt, sich von der Babyphase zu verabschieden. Dein Kind will und soll neue Dinge lernen und dazu gehört eben auch der Gang zur Toilette.

Am besten startest du in einer ruhigen Phase, wenn nicht gerade ein Umzug, ein Kita-Wechsel oder die Geburt eines Geschwisterchens ansteht. Große Veränderungen können überfordern und dann fällt das Trockenwerden schwerer.  Generell sind Hektik, Stress oder Krankheit keine gute Basis. Also lieber auf die Bereitschaft deines Kindes achten und dann einen günstigen Moment abwarten, um das Trockenwerden in Angriff zu nehmen.

Hilfreiche Tipps

Es kann sinnvoll sein, frühzeitig ein Töpfchen oder einen Toilettenaufsatz bereitzustellen und dem Kind in Ruhe zu erklären, wie es funktioniert. Feste Rituale – zum Beispiel der Toilettengang nach dem Aufstehen oder vor dem Schlafengehen – können dem Kind helfen, eine gewisse Routine zu entwickeln. Auch ehrliches, positives Feedback kann motivieren, solange es nicht übertrieben oder an Bedingungen geknüpft ist.

Ebenso spielt das Verhalten der Erwachsenen eine Rolle: Kinder lernen durch Beobachtung. Wenn du oder ältere Geschwister offen mit dem Thema Toilettengang umgehen, fördert das das Interesse und die Nachahmung. Manche Kinder fühlen sich auch sicherer, wenn sie eine Lieblingspuppe aufs Töpfchen setzen dürfen oder Bücher über das Thema anschauen.

Praktische Kleidung kann das Trockenwerden zusätzlich erleichtern, zum Beispiel Hosen mit Gummibund, die dein Kind selbstständig an- und ausziehen kann. Das gibt deinem Nachwuchs Selbstvertrauen und mehr Unabhängigkeit. Achte zudem darauf, dass der Weg zur Toilette leicht erreichbar ist und dein Kind nicht erst lange fragen oder Hilfe holen muss.

Wichtig ist zu wissen

Trockenwerden ist kein Wettbewerb, bei dem man schnell zum Ziel kommen muss. Dein Kind lernt am besten durch Nachmachen und Ausprobieren – und vor allem in seinem eigenen Tempo. Unterstütze es liebevoll, aber setze es nicht unter Druck. Und: Jeder Fortschritt ist super, aber kleine Rückschritte oder Missgeschicke gehören dazu. Sie sollten ruhig und ohne Bestrafung oder Beschämung behandelt werden.

Jedes Kind ist anders

Nachts trocken zu werden dauert bei einigen Kindern länger. Das ist völlig normal, auch wenn tagsüber schon alles klappt. Viele Kinder brauchen die Windel in der Nacht noch bis ins Vorschulalter. Also: geduldig bleiben! Erst wenn ein Kind regelmäßig mit fünf oder sechs Jahren nachts einnässt, sollte man mit Kinderarzt oder -ärztin darüber sprechen. Besonders, wenn es das Kind selbst belastet oder es zuvor schon trocken war.

Letztendlich ist der Umgang mit dem Thema Windelfreiheit sehr unterschiedlich und individuell. Grundsätzlich gilt: Lass dich nicht verunsichern. Dein Kind muss nicht früher trocken sein, nur weil andere es sind. Es zählt, was zu euch und eurem Kind passt.

Sabine Tschirwitz


Beitragsbild: iStock.com/AbElena

 

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