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Haustiere – Ja oder Nein

Früher oder später kommt diese Kinderfrage garantiert – die Frage nach einem Haustier. Fast alle Kinder wünschen sich irgendwann sehnlichst einen meist vierbeinigen Gefährten. Die Anschaffung eines Haustiers musst du gut überlegen und alle Pros und Kontras abwägen, denn nicht in jede Familie passt eine Fellnase. Haustiere bereichern eine Familie definitiv, kosten aber nicht nur Geld sondern brauchen Zeit und Aufmerksamkeit.

Zeit und Verantwortung

Ein Haustier beansprucht jeden Tag einen mehr oder weniger großen Teil deiner Zeit. Natürlich versprechen Kinder alles, regelmäßige Gassigänge, das Säubern des Katzenklos oder Kaninchenstalls, um das ersehnte Tier zu bekommen. Trotzdem muss dir klar sein: Letztlich startest DU bei Wind und Wetter um Sieben durch Regen, Dunkelheit und Kälte zur ersten von drei Gassirunden. Dem Hund ist dabei egal, ob es Sonntag oder einer deiner Urlaubsstage ist. Mahlzeiten bereiten sich Haustiere auch nicht selbst zu, dafür einzukaufen bleibt ebenfalls deine Aufgabe. Haustiere brauchen dich im wahrsten Sinn des Wortes zum Überleben und verdienen eine artgerechte Haltung. Das beinhaltet auch das regelmäßige Säubern von Katzenklo oder Kaninchenstall, Aquarium oder Terrarium.

Kosten und Urlaub

Die Kosten sind oft höher, als viele zunächst denken. Neben Futter fallen Ausgaben für Tierarztbesuche, Impfungen, Versicherungen und Zubehör an. Gerade Hunde kosten über die Jahre mehrere tausend Euro. Wenn du spontan wegfahren möchtest, hast du bei Hunden ein Zeitfenster von maximal sechs Stunden, die das Tier allein bleiben kann. Fährst du in den Urlaub und kannst dein Haustier nicht mitnehmen, musst du sicherstellen, dass es von jemand anderem gut versorgt wird. Kleinigkeit am Rande: Wollt ihr mit einem Tier leben, solltet ihr nicht empfindlich auf Schmutz und Gerüche reagieren.

Haustier als Familienmitglied

Sie bringen Leben ins Haus, können trösten, sorgen für Bewegung und viele schöne Momente. Tiere machen glücklich! Beim Streicheln schüttet der Körper Glückshormone aus und der Blutdruck sinkt. Für Kinder kann ein Haustier sehr wertvoll sein. Sie lernen Verantwortung zu übernehmen und Rücksichtnahme. Viele Kinder entwickeln und stärken durch den Umgang mit Tieren Empathie und Selbstvertrauen, sie erfahren, wie wertvoll Geduld und Fürsorge sind. Das Haustier wird für Kinder schnell ein echter Freund und „Gesprächspartner“, denn sie erzählen ihm alles.

Ich will meine Ruhe

Wie jedes Familienmitglied haben Haustiere Bedürfnisse und möchten manchmal auch in Ruhe gelassen werden. Dabei setzen sie notfalls deutliche Grenzen, wenn ihnen alles zu viel wird. Es kommt also auch vor, dass Haustiere Menschen verletzen. Diese Bedürfnisse wahr- und ernstzunehmen, stärkt die soziale Kompetenz von Kindern. Genauso wichtig
ist es, die Hygiene und Gesundheit des Tieres im Blick zu haben und die Kinder hier mit einzubeziehen.

Und so schwer es ist: Die Lebenszeit von Haustieren im Vergleich zur Lebenszeit der Kinder ist kurz. Die Kinder werden also auf jeden Fall auch lernen müssen, mit Verlust, Tod und Trauer umzugehen.

Welches Haustier passt zu uns?

Nicht jedes Tier passt in jede Familie. Der „beste Freund des Menschen“, der Hund, begleitet seine Familie gern überall hin und ist definitiv das zeitaufwendigste Haustier. Er braucht viel Bewegung und vor allem eine gute, konsequente Erziehung. Für eine vielbeschäftigte Familie kann das schnell zu einer Herausforderung werden. Wenn es gut passt, können Kinder mit Hunden am meisten anfangen und bauen eine enge Bindung auf.

Katzenliebhaber schwören auf die schnurrende „Wärmeflasche“. Katzen sind nicht ganz so pflegeaufwendig wie Hunde, vor allem diejenigen, die alleine nach draußen dürfen. Außerdem können sie auch mal einen Tag sich selbst überlassen werden. Wohnungskatzen brauchen regelmäßig Beschäftigung, möglichst aber eine zweite Katze.

Kaninchen, Hamster & Co sind bei Kindern besonders beliebt, weil sie herumgetragen werden können. Tatsächlich mögen sie es aber überhaupt nicht! Um Hasen und Kaninchen artgerecht zu halten, sollten sie keinesfalls im Käfig leben müssen, da sie viel Auslauf benötigen und mindestens zu zweit sein sollten.

Ulli Dippold


Beitragsbilder: nuzza11 – adobe.stock.com; Vane Nunes– adobe.stock.com; Natalia Chircova – adobe.stock.com; Africa Studio – adobe.stock.com; A.Kazak – adobe.stock.com

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