Haushalt ist Familiending

Mindestens sechs gute Gründe gibt es, Kinder in die Haushaltsaufgaben mit einzubeziehen.

Was gibt es nicht alles, um „das bisschen Haushalt“ in den Griff zu bekommen. Apps, um zu dokumentieren, was wann gemacht wurde. Influencer auf Instagram, die uns einen Fahrplan an die Hand geben, wie man Struktur in den Hausputz bekommt. Oder, ganz klassisch, der Zettel am Kühlschrank, der einen erinnert, wann mal wieder die Betten überzogen werden müssen. Eines haben jedoch all diese Tools gemeinsam: Man ist nie auf dem Stand, auf dem man sein sollte bzw. sein will.

Hierzulande obliegt der Haushalt meist den Müttern. Der Partner ist den ganzen Tag auf der Arbeit, die Kinder haben schon so viel um die Ohren für die Schule oder es gibt nur Diskussionen, wenn es um die Mithilfe geht. Nicht verwunderlich, wenn Mama sich irgendwann ergibt und versucht alles alleine zu schaffen. Doch HALT! Der Haushalt ist ein ungeahntes Trainingsfeld für eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Hier die 6 wichtigsten Argumente, weshalb es sich lohnt, Kinder miteinzubeziehen:

1. Teamfähig werden

Eine Familie ist ein Team – in vielerlei Hinsicht. Wer zusammen wohnt und gemeinsam seine Freizeit verbringen möchte, der tut gut daran, sich gegenseitig zu unterstützen. Schließlich können alle von der gewonnenen Zeit profitieren. Dann sind am Abend doch noch 1,5 Stunden übrig, um noch mal schnell ins Freibad zu fahren und es muss nicht eine(r) zuhause bleiben, weil sonst am nächsten Tag keine frische Wäsche mehr im Schrank ist. Oder man bringt gemeinsam den Garten auf Vordermann, um anschließend dort zu grillen. Solche Gemeinschaftsprojekte sind ein perfekter Nährboden für das familiäre Zusammengehörigkeitsgefühl.

2. Selbstständiger werden

Wem die Wäsche immer in den Schrank geräumt wird, wer seinen Mülleimer nie selbst leeren muss oder wer immer vor einem vollen Kühlschrank steht, dem wird es nicht leichtfallen, irgendwann selbst einmal dafür zu sorgen, dass die alltäglichen Pflichten erledigt werden. Es muss ja nicht alles auf einmal sein und auch nicht ab frühester Kindheit. Kinder jedoch Schritt für Schritt altersgerecht mit kleinen Aufgaben zu beauftragen, steigert die Selbstständigkeit enorm.

3. Respekt vor der Arbeit anderer

Nur, wer einmal das komplette Badezimmer geputzt, die Wäsche einer mehrköpfigen Familie zusammengelegt oder den Wocheneinkauf erledigt hat, weiß, was der andere leistet. Egal, was im Haushalt erledigt werden muss, es macht Arbeit. Diese Arbeit verdient Respekt von allen Familienmitgliedern.

4. Feinmotorik verbessern

Schon die Jüngsten können mit speziellen Kindermessern beim Gemüseschnippeln helfen und anschließend stolz ihr Werk präsentieren. Sie können Wäscheklammern reichen, staubsaugen, den Tisch decken, Einkäufe verstauen oder Besteck aus der Spülmaschine räumen. Kleine Handgriffe, die nicht nur die Feinmotorik, sondern auch das logische Denken und die Problemlösungsfähigkeit fördern und die Familie unterstützen.

5. Durchhaltevermögen steigern

Auch unliebsame Tätigkeiten müssen erledigt werden. Der Haushalt ist ein guter Übungsplatz. Hier können Kinder trainieren, ohne größeren Schaden anzurichten, sich auch mal durch Aufgaben „quälen“ zu müssen, die man nicht wirklich leiden kann.

6. Ich bin wichtig – Ich werde gebraucht

Falsche Rücksichtnahme kann schnell zu einem Gefühl der Nutzlosigkeit führen. Wer gerne helfen möchte, aber nicht darf, der wird auch nicht helfen wollen, wenn er soll. Viele Kinder wollen gerne helfen und sich dadurch angenommen und wertvoll fühlen. Nehmen wir ihre Hilfe also an und verschaffen wir ihnen dadurch das Gefühl der Dazugehörigkeit.

Mit Zwang und Druck erreicht man jedoch genau das Gegenteil. Wie auch wir Erwachsenen haben unsere Kinder nicht immer Lust und Zeit zu helfen, wann und wie wir uns das vorstellen. Beziehen wir sie also in unsere Planung mit ein und halten uns an Absprachen. Wenn etwas Unvorhergesehenes kommt und wir mit uns verhandeln lassen, die Aufgabe zeitlich zu verschieben oder vielleicht das ein oder andere für sie zu übernehmen, dann kommen sie uns beim nächsten Mal auch gerne entgegen. Zudem bekommen Kinder so das Gefühl, auf Augenhöhe von uns respektiert zu werden.

Bild: Susanne Dobner

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