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Schwangerschaftsdiabetes

Etwa acht Prozent aller schwangeren Frauen entwickeln einen Schwangerschaftsdiabetes, Tendenz steigend. Der Blutzuckerspiegel ist dabei erstmals während der Schwangerschaft zu hoch. Wird das nicht rechtzeitig erkannt oder behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen für dich und das Neugeborene haben. Mit moderner Diagnose, Beratung und Therapie lassen sich viele Risiken deutlich reduzieren und die Krank heit gut behandeln.

Was versteht man unter einem Schwangerschaftsdiabetes?

Schwangerschaftshormone verändern den Stoffwechsel werdender Mamas und können die Wirkung von Insulin abschwächen. Dann wird der Zucker aus dem Blut nicht effektiv in die Körperzellen transportiert, der Blutzuckerspiegel steigt. Normalerweise sorgt der Hormoneffekt der Plazenta dafür, dass Insulin gut verarbeitet und das Baby ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird. Die meisten Schwangeren können den Mehrbedarf an Insulin gut ausgleichen, bei anderen kommt es zu einem Schwangerschaftsdiabetes.

Das Tückische an dieser Erkrankung: Sie verursacht kaum spürbare Beschwerden. Deshalb gehört ein sogenannter Zuckerbelastungstest zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche zur Vorsorge. Die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes bedeutet jedoch nicht automatisch eine schwere Erkrankung, denn der Blutzucker lässt sich mit der richtigen Behandlung und einigen Maßnahmen, die Mamas in ihren Alltag einbauen können, gut kontrollieren.

Ursachen und Risiken

Prinzipiell kann jede Schwangere einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, es gibt jedoch bestimmte Risikogruppen: Frauen mit deutlichem Übergewicht oder älter als 35 Jahre, Frauen, die bereits an einer Diabeteserkrankung leiden, familiär vorbelastet sind oder Frauen, die schon einmal unter Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben.

Unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes kann schwerwiegende Folgen für das Baby haben, denn ein zu hoher Blutzuckerspiegel der Mutter geht auf das Ungeborene über. Die Babys werden übermäßig schwer und groß. Das kann zu Komplikationen bei der Geburt führen. Oft muss dann ein Kaiserschnitt eingeleitet werden. Als Reaktion auf den hohen Zuckergehalt steigert die Bauchspeicheldrüse des Ungeborenen die Insulinproduktion. Diese wird nach der Geburt aber nicht automatisch gebremst, was beim Neugeborenen zu einer Unterzuckerung führen kann. Auch das Risiko später an Diabetes zu erkranken ist für das Kind erhöht.

Schwangere können im schlimmsten Fall eine Schwangerschaftsvergiftung entwickeln. Dabei wird mit dem Urin mehr Eiweiß ausgeschieden als normal, der Blutdruck steigt und es kommt zu Wassereinlagerungen im Körper. Eine Präeklampsie ist immer ein Notfall und um Mutter und Kind zu schützen, ist es oft notwendig, die Geburt einzuleiten. Das Risiko einer Frühgeburt ist bei Schwangerschaftsdiabetes also erhöht. Wird der Diabetes früh erkannt und gut behandelt, lassen sich die meisten dieser Risiken deutlich reduzieren.

Vorsorge und Behandlung

Die beste Vorsorge für euch beide ist eine ausgewogene Ernährung und Bewegung, gepaart mit einem gesunden Gewicht. Wenn du bereits an Bluthochdruck leidest oder schon einmal einen Schwangerschaftsdiabetes hattest, wird ein Frühscreening empfohlen.

Lautet die Diagnose Schwangerschaftsdiabetes, ist es wichtig, den Blutzucker regelmäßig zu kontrollieren und die Ernährung anzupassen bzw. umzustellen. Für die meisten Mamas sind diese Maßnahmen ausreichend, in manchen Fällen kann eine überwachte Insulintherapie helfen. Arbeite eng mit deinem Team aus Frauenärztin, Hebamme und eventuell Ernährungsberaterin zusammen und geh zuverlässig zu allen Vorsorgeuntersuchungen.

Das kannst du selbst tun: Viel trinken und Vollkornprodukte bevorzugen, denn der Körper braucht für die Verarbeitung von Vollkornprodukten länger und dein Blutzuckerspiegel steigt nicht rasant an. Vermeide zuckerreiche Snacks und baue regelmäßige Bewegung oder moderaten Sport in den Alltag ein. Wenn nach der Geburt sicher ist, dass sich die Blutzuckerwerte wieder normalisiert haben, ist in der Regel keine weitere Behandlung mehr erforderlich.

Ulli Dippold


Beitragsbild: Михаил Решетников – adobe.stock.com

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