Halloween naht und ist inzwischen ein fester Termin bei uns. Wann das passiert ist, weiß ich gar nicht mehr. Aber zwischen Schulbeginn und Herbstferien kommt zuverlässig die Frage: „Wie feiern wir dieses Jahr Halloween?“
Also geht die Vorbereitung los: Spinnennetze und Geistergirlanden vom Vorjahr kommen vom Dachboden und die Kinder bestehen, wie immer, auf einem Gruselkürbis. Natürlich selbst gestaltet! Also heißt es: Gruselfratze aussuchen. Die Wahl fällt schnell auf die mit den feinen Schlitzen, kleinen Zacken und winzigen Details, für die viel Feingefühl nötig ist, das wir vier nicht immer mitbringen.
Dann wird ausgehöhlt, geschnitzt und nachgebessert. Am Ende sieht der Kürbis zwar nicht ganz wie die Vorlage aus, aber Hauptsache selbst gemacht. Der Kleine schnappt sich den schweren, orangenen Gruselkürbis und hievt ihn vor die Haustür.
Bleibt noch die Kostümfrage: Gespenst, Vampir, Hexe oder Kürbis? Die unzähligen Möglichkeiten aus dem Internet erspare ich meinen Kindern. Zehn Kostüme aus dem eigenen Fundus müssen reichen! Und wie jedes Jahr fällt die Entscheidung erstaunlich schnell: Meine Kids werden zu Fledermaus und Dracula. Warum sollte man auch ein bewährtes Erfolgsrezept ändern?
Wenn Halloween dann tatsächlich näher rückt, geht es mit einem kleinen Licht ausgestattet durch die dunklen Kellergänge, vorbei an Skeletten und Spinnennetzen. In der ein oder anderen Ecke wartet eine Gruselgeschichte und unser Halloween-Klassiker: das eklige Fühl- und Schmeckspiel. Augen verbinden und Mut beweisen! Erkaltete Nudeln werden zu Würmern, warmer Saft zu Blut, Wackelpudding zu Glibber und geschälte Weintrauben zu Augen. Eine Rosine? Natürlich eine Hexenwarze.
Aufgewärmt und endlich im Gruselmodus angekommen, dürfen die kleinen Gruselwesen raus aus dem Keller und rein in die Nachbarschaft. Zwar öffnet sich bei uns in der Stadt nicht jede Tür, zum Leidwesen meiner Kinder, aber Aufgeben kommt natürlich nicht infrage. Schließlich kennen wir inzwischen die Nachbarn, die schon auf kleine Vampire, Fledermäuse und Gespenster warten und meistens sogar etwas Süßes vorbereitet haben. Diese Türen werden natürlich besonders motiviert angesteuert.
Und wenn die Taschen schließlich gefüllt sind und die Aufregung ein kleines bisschen weniger geworden ist, heißt es: ab nach Hause. Fledermaus und Dracula bestaunen auf dem Sofa ihre Ausbeute, während wir Großen hoffen, dass von Glibberaugen, weißen Mäusen und sauren Würmern auch noch etwas für uns übrigbleibt. Die Chancen stehen erfahrungsgemäß eher schlecht.
Fazit
So viel zu unserem Plan. Für uns gehört Halloween einfach dazu, nicht, weil alles perfekt sein muss, sondern weil schon die Vorbereitung Spaß macht.
Und das Schönste? Die strahlenden Gesichter der kleinen Gruselfans. In ihren Kostümen sehen sie zwar furchteinflößend aus, spätestens mit der Süßigkeitentüte auf dem Schoß ist davon aber nicht mehr viel übrig.
Jetzt fehlt nur noch eines: Die Geisterstunde kann kommen!
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