Wie lernen Kinder sprechen?

Das erste Wort ist eine große Freude für Eltern. Aber Babys Training beginnt bereits viel früher.

Aus einem hilflos schreienden Säugling wird in rund drei Jahren ein kleiner Mensch, der seine Wünsche äußern und unglaublich viele Fragen stellen kann. Alle Kinder lernen das Sprechen auf die gleiche Weise, allerdings unterschiedlich schnell.

Stimmen der Eltern erkennen

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft kann das Ungeborene bereits hören. Deshalb erkennt das Baby nach der Geburt die Stimmen seiner Eltern und lässt sich von ihnen leichter beruhigen.

Babys bunte Töne

Schon ab der 6. Woche gurren, jauchzen und gurgeln Babys, wenn sie sich freuen. Im dritten Monat beginnen sie Zunge, Kehlkopf und Lippen zu trainieren. Die Kleinen testen, was ihre Stimme alles kann: Laut, leise, hoch, tief. Sie freuen sich, wenn die Eltern ihre Laute wiederholen.

Lallen und Babytalk

Nach dem ersten halben Jahr werden aus Lauten allmählich Silben wie „baba“ oder „dada“, das nennt man die Lall-Phase. Die Erwachsenen helfen jetzt ganz unbewusst durch „Babytalk“: Sie sprechen in kurzen Sätzen, machen Pausen und wiederholen oder betonen einzelne Wörter.

Verstehen und Sprechen

Mit dem ersten bewussten Wort erfreut ein Baby zwischen dem 9. und 14. Monat seine Eltern. Auch wenn es nicht „Mama“ oder „Papa“, sondern vielleicht „Mi“ (Milch) heißt. Häufig benutzte Wörter versteht es schon und bemüht sich bald, Mundbewegungen abzuschauen und Laute nachzuahmen. Dabei versteht das Kind viel mehr, als es selbst aussprechen kann.

Wörter sammeln

Das neue Lieblingsspiel: Sachen und Personen wieder entdecken, im Bilderbuch und in der Umwelt. Ein fragendes „Papa?“ für alle Menschen, die vorbeikommen – toll, wenn Mama jetzt geduldig erklärt: Das ist ein Kind. Dort ist die Oma. Kinder lernen neue Wörter nur, wenn die Erwachsenen sich ihnen aufmerksam zuwenden. Der Augenkontakt und das Reagieren auf die Worte des Kindes sind sozusagen die Belohnung für das Sprechen und motivieren.

Erstes Fragealter

Sind die Eltern gesprächsbereit, beginnt das erste Fragealter. Durch Zeigen oder Fragen „Is das?“ werden Begriffe gesammelt und der Wortschatz vergrößert. Entdeckt das Kind, dass sein „Nane“ von den Eltern richtig verstanden wird („ich will eine Banane“) und es eine bekommt, wird Sprechen endgültig unwiderstehlich.

Eltern-Tipps:

So unterstützt ihr euer Kind beim Sprechen lernen

  • Je mehr Eltern ihr Kind mit Sprache umgeben, desto schneller wächst der Wortschatz. Erzählt eurem Kind alles, was ihr gerade tut, was es sehen oder hören kann: „Jetzt wechseln wir deine Windel. Da ist der Waschlappen…“ Babys lieben es, wenn die Eltern mit ihnen reden!
  • Wandert mit dem Kind auf dem Arm durchs Zimmer und nennt alle Gegenstände. Oder seht gemeinsam aus dem Fenster und zeigt ihm Autos, Radfahrer, Bäume, Wolken…
  • Auch Singen, Reime und Fingerspiele begeistern die Kleinen – das gemeinsame Vergnügen stärkt auch die Bindung zwischen Eltern und Kind.
  • Verwendet die richtigen Begriffe statt Babysprache, sonst muss das Kind später umlernen, dass der „Wau-wau“ eigentlich Hund heißt.
  • Wiederholt, was das Kind gesagt hat, richtig als ganzen Satz: „Hatze lafen“ „Ja, genau, die Katze schläft“. So zeigt ihr dem Kind, dass es verstanden wird und unterstützt das Lernen. Kritisieren oder das Kind zum Nachsprechen zwingen, führt dagegen zum Verstummen.
  • Habt Geduld: Erst bei den Vierjährigen sind Lippen, Zunge und Kehlkopf so ausgereift, dass alle Laute ausgesprochen werden können. Die Sprachentwicklung mit Satzbildung und Grammatik ist sogar erst mit sechs Jahren abgeschlossen.

Bildnachweis: iStock.com/LeManna

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