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Badespaß – aber sicher!

Ob im Freibad, am Baggersee oder am Meer: Im Sommer gibt es nichts Schöneres als am und im Wasser zu sein. Doch für Kinder ist es ein Risikobereich und schon wenige unbeaufsichtigte Sekunden können lebensgefährlich sein. Für Eltern bedeutet Aufsichtspflicht: Du bist zuständig – immer!

Du bist die Bade-Aufsicht

Bademeister:innen entlasten, aber sie ersetzen dich nicht. Sie behalten große Bereiche im Auge, während du für dein eigenes Kind verantwortlich bist. Deine Präsenz – damit ist nicht nur die körperliche Anwesenheit am Beckenrand gemeint – ist somit lebenswichtig.

Viele Eltern übertragen Verantwortung an ältere Geschwister. Doch auch wenn große Brüder oder Schwestern ihren kleinen Geschwistern gerne helfen: Sie können die Rolle eines aufmerksamen Erwachsenen nicht übernehmen. Auch sie sind Kinder oder Jugendliche, reagieren spontan, sind schnell abgelenkt und können Situationen schlechter einschätzen. Verlasse dich auch nicht auf andere Kinder oder Freunde, die Verantwortung bleibt bei dir. Deine direkte Aufsicht ist der wichtigste Schutz.

Handys sind heute der größte Ablenkungsfaktor. Nur schnell eine kurze Nachricht schreiben oder beantworten, ein Blick auf Social Media – und dein Fokus ist schon weg. Kinder ertrinken oft leise, ohne zu schreien und zu strampeln. Wenn dein Kind noch nicht sicher schwimmen kann, ist dein Blick seine wichtigste Rettungsleine. Einige Bäder in Deutschland haben bereits ein Handyverbot ausgesprochen, da es immer wieder zu Unfällen kommt, weil Eltern abgelenkt sind.

Absprachen und Regeln

Neben deiner Aufsichtspflicht ist es hilfreich und sinnvoll, vor dem Schwimmbadbesuch gemeinsam Absprachen und Regeln in der Familie festzulegen. Manche Baderegeln sind für uns selbstverständlich, funktionieren mit Kindern aber nur, wenn du sie regelmäßig erklärst und vorlebst. Dazu gehört, dass Kinder nie ohne deine Erlaubnis ins Wasser gehen dürfen. Nichtschwimmer sollten überhaupt nicht allein im Freibad unterwegs sein. Auf dem Weg zum Kiosk am Schwimmbecken vorbei genügt ein versehentliches Stolpern oder Schubsen und schon befindet sich dein Nichtschwimmer unter Wasser.

Kinder sollten am Beckenrand nicht rennen und auf keinen Fall andere Kinder aus Spaß ins Wasser schubsen. Das beliebte „sich gegenseitig Untertauchen“, kann schnell lebensbedrohlich werden. Kinder wissen selten, ob die anderen, mit denen sie gerade spielen und toben, gute Schwimmer sind. Eine weitere Sicherheitsregel: Nie mit vollem Bauch, völlig erschöpft oder überhitzt ins Wasser springen.

Auch Schwimmkompetenz spielt eine große Rolle. Viele Eltern überschätzen das Können ihrer Kinder. Ein Seepferdchen macht noch keinen sicheren Schwimmer! Übe regelmäßig mit deinem Kind und achte darauf, dass es sich im Wasser wohlfühlt. Schwimmflügel und andere Hilfsmittel sind eine Unterstützung, ersetzen aber kein echtes Können und vor allem nicht deine Aufsicht.

Ab wann dürfen Kinder allein ins Freibad?

Als sichere Schwimmer gelten Kinder erst mit dem „Freischwimmer“, also dem Schwimmabzeichen Bronze. Dieses bescheinigt ihnen, dass sie 15 Minuten am Stück schwimmen, einen Kopfsprung ins Wasser machen und ca. zwei Meter tief tauchen können. Außerdem müssen Kinder mit dem „Freischwimmer“ Kenntnisse über die wichtigsten Baderegeln nachweisen.

Eine gesetzliche Grundlage, die regelt, ab wann Kinder ohne Eltern oder eine andere erwachsene Begleitperson in ein Freibad oder Schwimmbad dürfen, gibt es nicht. Dein Kind muss laut Hausordnung der meisten Bäder aber das siebte Lebensjahr vollendet haben. Außerdem fordern viele Bäder, dass deine Tochter/dein Sohn einen Nachweis über die Schwimmfähigkeit bei sich haben und bei Bedarf an der Kasse vorlegen muss, also das bronzene Schwimmabzeichen. Viele Bäder erlauben außerdem eine Aufsichtsperson ab 16 Jahren. Allerdings darf diese nur für ein Kind und nicht eine ganze Gruppe verantwortlich sein.

Ulli Dippold


Foto: Sergey Novikov – adobe.stock.com

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