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Schlafprobleme bei Kindern und Jugendlichen

Ein erholsamer Schlaf ist für Kinder und Jugendliche ebenso wichtig wie gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Doch viele Familien kennen das: Abends will das Kind nicht ins Bett, nachts kann es oft nicht schlafen und morgens ist es kaum zum Aufstehen zu bewegen. Aber woran liegt das und was kann helfen?

 Was stört den Schlaf?

Bei Kindergartenkindern kann die Vielzahl neuer Eindrücke aus dem Alltag oder dem Kindergarten leicht zu unruhigen Nächten führen. Im Schlaf verarbeiten sie all das, was sie tagsüber erlebt haben. Auch Ängste spielen in diesem Alter eine große Rolle: Die Dunkelheit, Schatten im Zimmer oder die nächtliche Trennung von den Eltern können das Einschlafen erschweren. Auch körperliche Veränderungen, wie Wachstumsschübe oder die Phase des Trockenwerdens, wirken sich auf den Schlaf aus.

Mit dem Schulstart verändert sich nicht nur der Alltag, sondern auch der Schlaf vieler Kinder. Plötzlich müssen sie früher aufstehen und sind körperlich, geistig und emotional stärker gefordert. Bei Schulkindern verlagern sich die Gründe für Schlafprobleme: Leistungsdruck in der Schule, Hausaufgaben und Freizeitstress belasten den Kopf und können den Schlafrhythmus durcheinanderbringen. Hinzu kommt der wachsende Medienkonsum. Handys, Tablets, Fernseher und Spielekonsolen halten das Gehirn aktiv und verhindern, dass der Körper müde wird. Das blaue Licht der Bildschirme hemmt zudem die Ausschüttung von Melatonin, jenem Hormon, das den natürlichen Schlaf einleitet. Fehlen dann Bewegung, frische Luft oder ein festes Abendritual, fällt vielen Kindern das Einschlafen schwer.

Für Jugendliche gestaltet sich der Schlaf noch komplizierter. In der Pubertät verschiebt sich der natürliche Schlafrhythmus: Das Schlafhormon Melatonin wird später ausgeschüttet, weshalb viele Teenager abends erst spät müde werden, während sie morgens früh aufstehen müssen. Dieser biologische Konflikt führt häufig zu chronischem Schlafmangel. Zusätzlich können schulischer Druck, Prüfungsangst oder zunehmende Verantwortung im Alltag erholsamen Schlaf behindern. Auch emotionale Belastungen wie Freundschaftsprobleme, Liebeskummer oder Selbstzweifel halten viele Jugendliche wach. Neben übermäßigem Medienkonsum ist eine ständige Erreichbarkeit über soziale Medien ein großer Schlafräuber, vor allem wenn das Smartphone auf dem Nachttisch liegt.

Was können Eltern tun?

Ein entscheidender Faktor ist ein regelmäßiger Schlafrhythmus. Kinder und Jugendliche profitieren von festen Schlaf- und Aufstehzeiten, die auch am Wochenende nicht zu stark variieren sollten. So lernt der Körper, wann Schlafenszeit ist, und produziert das Schlafhormon Melatonin zur richtigen Zeit. Generell gilt: Bildschirme am Abend sind keine gute Idee. Eine digitale Auszeit mindestens eine Stunde vor dem Schlafen ist sinnvoll – idealerweise wird das Smartphone gar nicht mit ins Schlafzimmer genommen. Besonders hilfreich ist es, wenn die Abende einem vertrauten Ablauf folgen. Eine ruhige Routine mit Vorlesen, Musik hören oder Kuscheln signalisiert: Der Tag geht zu Ende, jetzt darf entspannt werden.

Auch die Umgebung spielt eine große Rolle

Dunkelheit, frische Luft und ein ruhiger Raum schaffen gute Voraussetzungen für erholsamen Schlaf. Schweres Essen, Süßigkeiten oder koffeinhaltige Getränke wie Cola und Energy Drinks am Abend sollten vermieden werden. Bewegung am Tag hilft dagegen, überschüssige Energie abzubauen und abends müde zu werden. Nicht selten stecken hinter Schlafproblemen innere Belastungen: Streit in der Familie, schulischer Druck oder Ängste. Eltern sollten daher das Gespräch suchen, aufmerksam zuhören und ihrem Kind Sicherheit geben. Manche Kinder schreiben ihre Gedanken oder Sorgen vor dem Schlafengehen auf – so müssen sie diese nicht mit ins Bett nehmen.

Wenn Schlafprobleme über mehrere Wochen bestehen bleiben, das Kind tagsüber übermüdet oder gereizt ist oder regelmäßig Atemaussetzer, Albträume oder starkes Schnarchen auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Kinderärztinnen und -ärzte oder spezialisierte Schlafzentren können mögliche Ursachen abklären und gezielt helfen.

Sabine Tschirwitz


Fotos: nick_fedirko – adobe.stock.com; Arsenii – adobe.stock.com; SB Arts Media – adobe.stock.com; peopleimages.com – adobe.stock.com 

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