Achtung, Mobbing! Das können Eltern tun

Mobbing geht gar nicht! Wichtige Tipps für Eltern und was wir alle darüber wissen sollten.

Mobbing hinterlässt tiefe Spuren in der Kinderseele und kann Betroffene ein Leben lang begleiten. Die Eltern müssen deshalb schnell reagieren und echte Lösungen suchen. Auch alle anderen sind gefordert, denn alle Kinder müssen lernen: Mobbing geht gar nicht!

Wird mein Kind gemobbt?

Mobbingopfer leiden still. Sie schämen sich und haben Angst, noch Schlimmeres zu erleben, wenn sie davon erzählen. Möglicherweise wird dein Kind gemobbt, wenn es plötzlich nicht mehr in die Schule oder sich nicht mehr mit anderen trifft. Es wirkt zurückhaltender, unruhig oder traurig. Oder es wird schnell wütend, was du so nicht kennst. Auch Schlafstörungen, fehlender Appetit oder wiederholte Kopf- oder Bauchschmerzen zeigen an, dass etwas nicht stimmt. Bei Cybermobbing benutzt dein Kind Smartphone oder PC plötzlich kaum noch.

Mobbing

Hänseln oder doch Mobbing?

Alles gar nicht so schlimm? Viele Erwachsene erinnern sich an Hänseleien in der Jugend. Doch Mobbing ist ein ganz anderes Kaliber – hier erfolgen die Übergriffe systematisch und gezielt über Wochen und Monate. Das Opfer wird zunehmend isoliert. Dabei werden die Attacken immer häufiger und schlimmer. Findet das Mobbing online statt, ist auch das Zuhause kein Rückzugsort mehr – das Opfer muss 24/7 mit Angriffen rechnen. Kommt es zu körperlichen Angriffen, Wegnehmen/Kaputtmachen von Sachen oder Erpressung, ist das kein Kinderkram, sondern strafbar. Auch die Veröffentlichung von Texten, Bildern oder Videoaufnahmen ohne Einwilligung im Netz gehört dazu. Cybermobbing fällt oft noch schlimmer aus, weil Hemmschwellen fallen, wenn Täter*innen keine Reaktion des Opfers miterleben.

Gibt es Mobbing schon im Kindergarten?

Bei den Kleinen kommt es zu sehr vielen Konflikten, denn sie müssen ihr Sozialverhalten erst entwickeln. Die Kindergartenkinder verletzen aber nicht systematisch und gezielt, sondern eher beim „Training“ im Laufe ihrer Entwicklung, sagen Fachleute. Bereits in diesem Alter können Eltern signalisieren: Wir sind nicht gemein zu anderen. Ein schüchternes Kind kannst du mit Mutmach-Geschichten stärken und es möglichst oft Superheld*in spielen lassen.

So verhalten sich Eltern bei Mobbing richtig

  • Mach dir selbst und deinem Kind bewusst, dass jede*r überall zum Mobbingopfer werden kann. Es hat nichts mit falschem Verhalten oder fehlendem Selbstbewusstsein zu tun. Das Opfer hat keine Schuld!
  • Dein Kind muss wissen, dass du nichts ohne seine Einwilligung tust – dass Mobbing aber nicht von alleine aufhört, sondern nur schlimmer wird.
  • Beginnt gemeinsam ein Tagebuch. Damit könnt ihr Beweise sammeln: Wer hat wann, wo, was getan? Bei Cybermobbing unbedingt Screenshots machen, bevor ihr die verletzenden Inhalte löscht.
  • Schnell reagieren: Stoppt Veröffentlichungen im Internet, bevor sie sich weiter verbreiten. Meldet Beleidigungen, Hass-Postings und anderes sofort – Serviceprovider oder Forenbetreiber sind verpflichtet, entsprechende Einträge löschen. Wie das geht, findet ihr hier: klicksafe.de
  • Kontaktiere weder den/die Täter*innen noch deren Eltern. Das bringt nichts, weil du zu emotional betroffen bist und auch die anderen Eltern ihr Kind verteidigen werden.
  • Ansprechpartner in der Schule ist die Klassenlehrkraft, du kannst dich aber auch an Vertrauenslehrkraft, Schulpsycholog*in und Schulleitung wenden, letztlich an das Schulamt. Lass nicht locker, bis sich die Situation für dein Kind verbessert hat. Bei strafbaren Vorfällen könnt ihr Anzeige bei der Polizei erstatten.
  • Wenn dein Kind möchte, lass es an einem Selbstbehauptungskurs teilnehmen. Alternativ kannst du mit ihm üben, was es tun kann: Hilfe bei Erwachsenen holen, Beleidigungen ignorieren oder online einen neuen Account anlegen.
  • Stärke dein Kind durch positive Kontakte außerhalb der Schule, Hobbys und möglichst vielen Erfolgserlebnissen. Sorge für schöne gemeinsame Stunden ohne das Thema Mobbing.
  • Wenn es deinem Kind schlecht geht, hilft eine Unterstützung durch eine*n Kinder- und Jugendtherapeut*in, die Vorfälle gut zu bewältigen. Das bezahlt auch die gesetzliche Krankenkasse. Lasst euch beraten, ob ein Klassen- oder Schulwechsel hilfreich sein kann.

Weiterlesen:

klicksafe.de/themen/kommunizieren/cyber-mobbing/
eltern.bke-beratung.de
nummergegenkummer.de
nina-info.de/save-me-online//

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