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Alle im Familienbett?

In den meisten Teilen der Erde ist es völlig normal: Alle schlafen in einem Bett. Das sogenannte Co-Sleeping ist auch in Deutschland ein Trend.

In den meisten Teilen der Erde ist es völlig normal: Alle schlafen in einem Bett. Das betrifft übrigens nicht nur Naturvölker oder Familien, die beengt wohnen müssen. Das sogenannte Co-Sleeping, also das gemeinsame Schlafen mit Körperkontakt von Eltern und Kind, genießen auch in Deutschland viele Familien. Aber kriegt man den Nachwuchs jemals ins eigene Bett – und wie und wann am besten? Und wie kann so ein Familienbett aussehen? Ich kann euch beruhigen: Spätestens zum Schulabschluss habt ihr das Kind raus aus dem Bett, ganz bestimmt!

Co-Sleeping: Alle unter einer Decke?

Alle jungen Eltern fragen sich: Wo schläft unser Baby am besten? Und alle „älteren“ Eltern: Wie krieg ich meine Co-Sleeper (wieder) ins eigene Bett? In den Jahren dazwischen muss jede Familie ihre Nächte so gestalten, dass es für alle passt. Obwohl uns Elternberichte oft suggerieren, wir wären die einzigen, bei denen nachts ein Kinderfuß im Gesicht landet und alle anderen Kinder würden die Nacht friedlich im eigenen Bett durchschlafen – die Mehrheit tut es nicht! Studien zeigen genau das Gegenteil: In fast jedem Elternbett stecken mehr als vier Füße unter einer Decke. Das gemeinsame Schlafen mit Baby und Kleinkind kann dabei ganz verschiedene Formen annehmen: mit im Ehe-, Mama- oder Papa-Bett, im Beistellbettchen oder auf der Matratze im selben Raum. Mittlerweile gibt es übrigens extra große Familienbetten – anscheinend ist die Nachfrage da.

Vorteile für Kinder und Eltern

Größter Genießer-Vorteil: der Kuschelfaktor. Emotionale Nähe kann niemals schädlich sein und Studien belegen, dass die emotionale Bindung durch Co-Sleeping gestärkt wird. Dadurch werden die Kinder sogar früher selbständig. Eine tiefe Bindung zwischen Eltern und Kind ist für die gesamte Entwicklung positiv. Babys und Kinder schlafen in der Nähe der Eltern ruhiger und bei bösen Träumen oder Krankheiten sind Mama und Papa sofort zur Stelle. Auch Mütter schlafen erwiesenermaßen besser und tiefer, wenn das Baby in Reichweite ist. Papas übrigens auch, denn niemand muss nachts völlig schlaftrunken aus dem Bett torkeln, um das weinende Kind zu beruhigen. Stillende Mütter genießen es, das Baby einfach anzulegen, ohne das Bett verlassen zu müssen. Angst den Winzling zu erdrücken? Das passiert intuitiv nicht und ein Familienbett erhöht auch nicht die Gefahr von plötzlichem Kindstod.

Und die Nachteile?

Sagen wir mal so, es gibt einiges zu bedenken. Bei Säuglingen besonders Neugeborenen kann es durch Decken oder Kissen zu Überhitzung kommen. Wer sich darüber Sorgen macht, lässt das Baby auf dem „Balkon“ schlafen. Die Beistellbettchen haben nur an drei Seiten Gitter, an der offenen Seite liegt das Baby direkt neben Mama oder Papa. Ein definitiver Nachteil des Familienbetts: Die Zweisamkeit bleibt auf der Strecke. Da müssen Paare kreativ werden. Auch kann der Schlafrhythmus leiden, vor allem, wenn die Kinder sehr unruhig schlafen und nachts wahre Turnübungen veranstalten. Schlecht, wenn die gemeinsame Nacht zu Stress und Übermüdung führt, gerade wenn man im Job und Alltag schon eine Menge um die Ohren hat. Auf jeden Fall gibt es kein Richtig oder Falsch, jede Familie darf die „Familienbett-Phase“ für sich gestalten.

So gelingt der Umzug ins eigene Bettchen

Mit etwa drei Jahren, in der Autonomiephase, wollen die meisten Kinder „groß“ sein und verkünden, dass sie jetzt ausziehen wollen – ins eigene Bett! Spätestens im Grundschulalter sollten Eltern dann hartnäckig bleiben und die Kinder umquartieren. In Ausnahmefällen wie Albträumen oder Krankheit dürfen natürlich auch größere Kinder noch einmal mit ins Bett. Mit besonders schönen Einschlafritualen, wenn alle Geister und Hexen aus dem Zimmer verscheucht wurden, die Lieblingskuscheltiere bereitstehen und das eigene Bett so richtig gemütlich ist, funktioniert es meist ganz gut mit dem Alleinschlafen. Ein kleines Nachtlicht sorgt für zusätzliche Geborgenheit. Nicht selten wünschen sich Eltern die Kinder zurück in die „Besucherritze“ – weil’s einfach schön ist in einem Bett!

Noch mehr zum Thema schlafen:

Schlaf gut! Bettkanten-Gespräche

Bildnachweis:
Beitragsbild iStock: evgenyatamanenko
Kinder mit Vater:istock: Wavebreakmedia

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