Barfußlaufen tut gut

Gerade jetzt im Sommer: Schuhe aus, bitte! Barfuß laufen schärft die Sinne und ist gesund - nicht nur für Kinderfüße.

Warmer Sand oder Asphalt, der pieksige Weg vor dem Haus, die weiche Wiese oder der lehmige Waldboden: Das Gefühl dort mit bloßen Füßen zu laufen, kann jeder sofort spüren, oder? Vor allem kleine Kinderfüße sollen so viel wie möglich barfuß laufen, das schärft die Sinne und ist so gesund! Die meisten Kinder hassen Schuhe sowieso und lieben instinktiv, was gut für sie ist, nämlich den Sommer und den Boden unter ihren Füßen barfuß zu erleben.

Am Strand macht Barfußlaufen besonders Spaß

160.000 km oder 200 Millionen Schritte

Soweit und so viele Schritte tragen uns unsere Füße durchs Leben. 28 Knochen, 27 Gelenke, über 100 Bänder und bis zu 70.000 Nervenenden pro Fuß sorgen für diese beachtliche Leistung. Anstatt dies gebührend zu würdigen, werden unsere Füße wenig beachtet, in Schuhe gesteckt und „vergessen“. Beim Laufen in Schuhen verkümmert die Fußmuskulatur und die Folge sind Fehlstellungen wie Senk-, Spreiz- oder Plattfüße, oft sogar Knie-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Füße und Wirbelsäule stimmen sich im Bewegungsablauf nämlich aufeinander ein. Ist die Zehenbeweglichkeit eingeschränkt, funktioniert das nicht. Natürlich kann man nicht das ganze Jahr barfuß laufen. Aber das warme Sommerwetter bietet sich geradezu an, aus den Schuhen zu schlüpfen. Im Haus, im Kindergarten oder in der Schule genügen Stoppersocken.

Wassertreten im Kneippbecken (bei Absberg am Großen Brombachsee) macht gute Laune und sträkt die Abwehrkäfte

Kinder, trainiert eure Füße – barfuß!

Beim Barfußlaufen werden alle Nervenenden angesprochen und stimuliert. Über die Nervenbahnen erreichen diese Impulse alle Organe und ein positiver Effekt auf den ganzen Körper ist garantiert. Kinder lernen barfuß das Laufen leichter als in Lauflernschuhen. In der Wohnung reichen rutschfeste Socken. Dann behalten sie die natürliche Abrollfunktion im Mittelfußgang möglichst lange und rollen nicht, wie die meisten von uns, über die Ferse ab.

Barfuß gegen kalte Füße und Erkältungen

Tatsächlich hilft Barfußlaufen gegen kalte Füße, denn die Blutzirkulation wird angeregt. Außerdem müssen die Zehen arbeiten und sich in den Boden krallen, das macht die Füße warm. „Kältereiz ist Lebensreiz“, wusste Kneipp und baute darauf seine berühmten Kneipp-Fußbäder auf. Wenn Kinder barfuß in Bewegung sind, stärkt das die Immunabwehr, auch mit nassen Füßen. Und keine Angst vor Fuß- oder Nagelpilz, die entstehen erwiesenermaßen im feuchtwarmen Milieu der Schuhe, die wenig Luftaustausch zulassen. Ein Baby hat übrigens bereits alle Schweißdrüsen und deswegen neigen auch ganz Kleine zu Schweißfüßen. Ein Grund mehr, erst gar keine Schuhe anzuziehen!

Unterwegs am Spalter BarfußWonnenWeg im Fränkischen Seenland

Barfußpfad: ein besonderes Fußerlebnis

Barfuß kommt man in Kontakt mit der Natur – das tut Füßen und Psyche gut. Wer in seiner Umgebung nicht so viele Möglichkeiten zum Barfußlaufen hat, kann einen Barfußpfad besuchen. Das sind speziell angelegte Wege mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten – ein Erlebnis für die Füße! Flache Steine, Kiesel, Holz, Lehm oder Sand und meist auch Wege durch flaches Wasser machen müde Füße lebendig. Kinder lieben es, die verschiedenen Untergründe zu spüren und können ihr Tast-Talent voll ausleben.

Für alle Familien der Metropolregion Nürnberg, Fürth, Erlangen bietet sich ein Besuch des Spalter BarfußWonnenWeg im Fränkischen Seenland an. Dieser Ausflug lohnt sich auch bei nicht so strahlendem Sommerwetter. Der 2 km lange, abwechslungsreiche Rundweg ist für Familien mit kleineren Kindern leicht zu schaffen und macht auch als Ausflug mit den Großeltern Spaß: fraenkisches-seenland.de/wege/spalter_barfusswonnenweg-607/

Ulli Dippold

Bildnachweis: istock.com/Nadezhda1906 · Susanne Dobner

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