Smart surfen statt blind tippen: So machen Eltern ihre Kinder fit fürs Netz
Es ist unsere Aufgabe als Eltern, die Medienkompetenz unserer Kinder zu fördern. Viele Schulen sind ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und holen sich Experten ins Boot, damit unsere Kinder nicht allein in der digitalen Welt unterwegs sind.
Neben dem sicheren Umgang mit digitalen Geräten, müssen Kinder außerdem lernen mit der Flut an Informationen und der digitalen Kommunikation umzugehen. Verantwortungsbewusst und kritisch hinterfragend sollten wir sie dazu anleiten, ihre Privatsphäre zu schützen.
Medienkompetenz entwickeln – Die richtige Balance
Eltern sollten Kindern immer zur Seite stehen, sobald sie sich mit digitalen Inhalten auseinandersetzen. Es ist zudem unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass Kinder und Jugendliche auch im analogen Bereich aktiv bleiben. Um zu verhindern, dass Kinder in eine digitale Sucht verfallen, ist es wichtig, eine Balance aus beidem zu finden. Kinder müssen die Bedeutung von echten sozialen Beziehungen und Aktivitäten schätzen, um sich auf Dauer in beiden Welten zuhause zu fühlen.
Medienkompetenz bedeutet aber auch, dass Kinder für Themen wie Fake News, Werbung im Internet und die Auswirkungen von Online-Kommunikation sensibilisiert werden. Für Kinder im Grundschulalter kann dies bedeuten, dass man gemeinsam mit ihnen Websites oder Videos anschaut und bespricht, was sie gesehen haben. Bei älteren Kindern kann es helfen, über die Auswirkungen von Social Media auf das Selbstbild zu sprechen und darüber, wie man sich vor Cybermobbing schützt.
So reagieren Eltern richtig
Kinder können im Internet trotz Vorsicht unangenehme Erfahrungen machen, etwa durch Werbung, beleidigende Kommentare oder den Kontakt zu Fremden. Bleibe ruhig und besonnen. Dein Kind muss sich bei dir nun sicher fühlen und wissen, dass es offen über das Erlebte sprechen kann. Höre zu, ohne zu urteilen und suche gemeinsam mit deinem Kind nach einer passenden Lösung. Sprecht darüber, wie sich dein Kind bei Belästigung verhalten kann: Screenshots, blockieren oder unangemessene Inhalte melden.
Welche Plattformen sind für Kinder tabu?
Nicht jede Plattform im Internet ist für Kinder geeignet. Insbesondere soziale Netzwerke wie Facebook, Instagram oder TikTok haben ein Mindestalter von 13 Jahren und sind damit für jüngere Kinder ungeeignet. Diese Plattformen sind in vielen Fällen nicht nur inhaltlich problematisch, sondern auch aus Datenschutzgründen bedenklich. Es gibt jedoch spezielle soziale Netzwerke und Apps, die für Kinder und Jugendliche entwickelt wurden und besser auf ihre (Sicherheits-)Bedürfnisse abgestimmt sind. So z. B. JusTalk Kids und Threema (für Kinder ab 12 Jahren), die strikte Sicherheitsmaßnahmen bieten.
Eltern müssen den Zugang zu bestimmten Inhalten wie YouTube, Pornografie oder gewaltverherrlichenden Videos aktiv überwachen. Die Nutzung von Video-Plattformen sollte mit festen Regeln und zeitlichen Begrenzungen abgesprochen werden. Regelmäßige Handy- oder Tablet-Kontrolle, vor allem bei jüngeren Kindern, sollte selbstverständlich sein. Um euer Vertrauensverhältnis nicht zu zerstören, darf das jedoch niemals heimlich oder ohne die Anwesenheit deines Kindes passieren. Kommt es zur Regelüberschreitung, ist ein aufklärendes Gespräch notwendig. Dein Kind muss wissen, dass du es beschützen und nicht lediglich einschränken willst. Nur so werdet ihr die vereinbarten Regeln dauerhaft umsetzen können.
Fazit: Verantwortungsvoller Umgang mit dem Internet
Kinder ins Internet zu lassen, ist ein Schritt, der gut überlegt sein will. Eltern können ihre Kinder am besten begleiten, wenn sie mit ihnen gemeinsam die digitale Welt entdecken, klare Regeln aufstellen und die Sicherheit stets im Blick behalten. Gleichzeitig sollten sie die Medienkompetenz ihrer Kinder fördern, damit diese zu kritischen, verantwortungsbewussten Nutzern digitaler Medien werden. In einer Welt, die immer stärker von der digitalen Kommunikation geprägt ist, ist es das Ziel, dass Kinder nicht nur sicher, sondern auch selbstbewusst und kompetent im Netz unterwegs sind.
Carolin Deutschmann
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