Wie du deinem Kind hilfst mit Veränderungen umzugehen

Veränderungen sind anstrengend. Wie man damit möglichst gut klar kommt, müssen Kinder erst lernen.

„Nichts bleibt für die Ewigkeit“ – ein Song der Band „Die Toten Hosen“ aus dem Jahr 1996 ist heute treffender denn je. Das Leben ist ein stetiger Wandel, gefühlt dreht sich die Welt immer schneller und schneller. Wer da mitkommen will, der tut gut daran, flexibel und offen mit Veränderungen umgehen zu können.

Es ist also eine der vielen Aufgaben für uns als Eltern, unsere Kinder auf Veränderungen vorzubereiten, sie zu begleiten und ihnen Strategien an die Hand zu geben, wie man am besten damit umgehen kann.

Neuer Kindergarten, neue Lehrer, neue Stadt

Über die meisten Veränderungen, die unsere Kinder betreffen, wissen wir Eltern schon im Voraus Bescheid. Ein Lehrerwechsel, ein Umzug in eine andere Stadt, der Kindergarten wird aufgrund einer Generalsanierung in einen anderen Stadtteil verlegt. Alles Dinge, an die wir Eltern uns schon gewöhnen müssen. Wie ergeht es dann erst einem Kind, das noch keinerlei Strategien und Erfahrungen hat, wie es damit umgehen soll? Deshalb: Gib deinem Kind Zeit, die Veränderung zu verarbeiten und in der neuen Situation anzukommen. Dein Kind braucht nun auch Gelegenheit die neue Nachricht verdauen zu können.

Deine Gefühle sind okay

Äußert es verständlicherweise Bedenken, Ängste oder Sorgen, dann nimm dein Kind ernst. Aussagen wie „Ach das wird schon nicht so schlimm“ oder „Du brauchst keine Angst zu haben“ helfen ihm nicht. Im Gegenteil: Sie geben deinem Kind das Gefühl, dass mit seinen Emotionen und Empfindungen etwas nicht stimmt. Sprecht also ausführlich darüber, was dein Kind bedrückt. Vielleicht hast ja auch du als Mama oder Papa Sorgen, die du mit deinem Kind (kindgerecht) teilen kannst. So merkt der Sprössling gleich „Aha, Mama und Papa machen sich auch darüber Gedanken. Ich bin also nicht alleine damit. Na, zusammen werden wir das schon schaffen.“ Das macht euch als Eltern authentisch und schweißt die Familie zusammen. Auf keinen Fall sollte das Thema totgeschwiegen werden. Kinder fressen die Sorgen sonst in sich hinein und lassen sie an anderer Stelle wieder heraus – damit ist also niemandem geholfen. Um zu verstehen was los ist, muss man darüber sprechen.

Gemeinsam Pläne machen hilft

Vielleicht könnt ihr bei eurem Gespräch einen gemeinsamen Schlachtplan entwickeln, wie ihr gut durch diese Veränderung kommt? Zum Beispiel: „Wenn wir in die neue Stadt gezogen sind, suchen wir gleich einen neuen Fußballverein, damit du deinem Hobby wieder nachgehen kannst und Freunde findest.“ Oder „Die neue Lehrerin wird bestimmt nett sein. Wollen wir ein kleines Willkommensgeschenk mit deinen Klassenkameraden vorbereiten? Sicherlich ist sie genau so nervös wie du, dann fällt ihr der Neuanfang gleich viel leichter.“

Ist es eine Veränderung, die verhandelbar ist, dann lass dein Kind mitentscheiden. Geht es zum Beispiel um die Neugestaltung des Kinderzimmers, dann darf es die Wandfarbe wählen. Oder seid ihr auf der Suche nach dem nächsten Urlaubsziel, dann fragt doch einfach mal: „Magst du lieber ans Meer oder in die Berge?“ Mitentscheiden zu dürfen fördert die Selbstwirksamkeit und trägt maßgeblich zum Verantwortungsbewusstsein bei. Außerdem ist es eine gute Übung, die Konsequenzen seines Handelns tragen zu lernen.

Veränderung muss nicht schlecht sein

Für viele Menschen bedeuten Veränderungen nichts Gutes. Sie haben Angst vor dem Unbekannten, fühlen sich in neuen Situationen unwohl oder möchten einfach alles so beibehalten, wie es ist. Diese Haltung überträgt sich auf unser Kind. Stabilität und Sicherheit im Alltag sind wichtig, Veränderungen müssen aber nicht per se etwas Schlechtes sein. Oftmals stellt sich im Nachhinein heraus, dass die Veränderung etwas Gutes hatte. Um das zu erkennen ist es wichtig, nach einiger Zeit Bilanz zu ziehen und uns gegenseitig bewusst zu machen, welche Auswirkungen die Veränderung hatte und wie wir uns nun damit fühlen.

Rituale geben Sicherheit

Wie zu Beginn bereits erwähnt – nichts bleibt für die Ewigkeit! Was aber für immer in den Herzen unserer Kinder bleibt, sind Kindheitsrituale. Sie geben die so wichtige Stabilität und Sicherheit, einen bekannten Rahmen und ein warmes Gefühl im Bauch. Rituale gerade in stürmischen Zeiten beizubehalten ist unerlässlich, damit unsere Kinder das Thema Veränderungen nicht als etwas Bedrohliches empfinden.

Bildnachweis: iStock_RomoloTavani

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