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“Vorpubertät” – Wenn es langsam schwierig wird

Etwa ab dem 9. Lebensjahr beginnt die Vorpubertät und stellt Eltern vor Herausfordungen.

Man sagt ein Kinderleben sei eine einzige Aneinanderreihung verschiedener Phasen. Eine dieser Phasen beginnt ab dem 9. Lebensjahr – die „Vorpubertät“. Wie immer sind manche Kinder früher, andere später dran. Was jetzt auf Eltern zukommt:

Foto: Pixabay (c) cucon

Die äußerliche Veränderung

Sich selbst und sein Aussehen in Frage zu stellen, gehört zum Großwerden dazu. Was nun mit dem eigenen Körper passiert verunsichert die angehenden Teenies enorm, da sie nicht wissen, wie das Ergebnis aussehen wird. Das Aussehen und der eigene Körper rücken plötzlich in den Mittelpunkt. Wenn dein Kind nun beginnt vor dem Spiegel zu posen und sich genau zu betrachten, dann hat das wenig mit Eitelkeit zu tun. Vielmehr versucht es sich zu akzeptieren und kennenzulernen. Vermeintliche Vorbilder aus den sozialen Medien können enorm unter Druck setzen. Jetzt ist es an der Zeit für klärende Gespräche darüber, wer eigentlich entscheidet was Schönheit bedeutet. Nimm dein Kind ernst, aber dramatisiere die Sorgen und Ängste nicht. Selbstbewusste Kinder, die sich geliebt und akzeptiert fühlen, gewinnen ihre Anerkennung aus wichtigeren Dingen, als aus ihrem Äußeren.

Vorpubertät
Foto: Pixabax (c) ghcassel

Das soziale Umfeld

Gruppen, Cliquen und Banden sind nun von enormer Bedeutung. Das Erlebnis Teil einer Gruppe zu sein, ist für die soziale und emotionale Entwicklung außerordentlich wichtig. Welchen Stand man in der Peergroup hat gewinnt nach und nach an Bedeutung. Dein Kind will seine „Außenwirksamkeit“ und sein „Fremdbild“ erfahren und mit dem „Selbstbild“ abgleichen. Wer bin ich? Wofür stehe ich? Soziale Vergleiche nehmen nun zu und dein Kind ist extrem anfällig für negative Äußerungen anderer. Gib ihm genügend Freiraum herauszufinden wer es ist. Die Peergroup dient dem Einzelnen als Publikum, vor dem man sich selbst darstellen kann. Eine Clique bietet Orientierung, Stabilität und emotionale Geborgenheit. Sie dient der Identitätsfindungen und hilft bei der Loslösung von der Ursprungsfamilie. Ungewollte Freundschaften jetzt zu verbieten wäre fatal. Das Lösungswort heißt: Aufklärung und intensive Gespräche!

Die Gefühlswelt

Welche Rolle spiele ich? Wofür stehe ich? Wie baut man Beziehungen (Freundschaften und Paarbeziehungen) auf? Welche Werte habe ich? Die Gefühle fahren mehr und mehr Achterbahn. Es geht mit großen Schritten Richtung Pubertät und wir Eltern bekommen tagtäglich einen kleinen Vorgeschmack darauf, was es wohl bedeuten wird, mit einem Teenager unter einem Dach zu leben. Gib deinem Kind Halt. Nimm seine Gefühle ernst. Sprecht über die Dinge, die es bewegt. All das hilft Emotionen einordnen und verarbeiten zu können. Lass dein Kind mitentscheiden wo möglich (Klamotten, Frisur etc.) und gib einen Rahmen vor, wo nötig (Schlafenszeit, Mediennutzung etc.). Dein Kind lebt emotional in zwei Welten und lernt nun Stück für Stück seine Impulse zu kontrollieren. Nimm es ernst, denn nichts kränkt mehr, als der Eindruck nicht für voll genommen zu werden.

Foto: Pixabay (c) mohamed hassan

Die Gehirnentwicklung

Im Gehirn eines Erwachsenen dominiert ein anderer Teil als im Gehirn eines Kindes. Erwachsene steuern ihr Verhalten und Handeln mit dem Frontalhirn. Dieses ist bei Kindern und Jugendlichen noch nicht dafür ausgebildet. Das Frontalhirn ist für rationales Denken, Planen und Strukturieren zuständig. Kinder verlassen sich beim Handeln und Verhalten eher auf den Mandelkern des Gehirns. Dieser kümmert sich primär um Gefühle. Stimmungsschwankungen, fehlende Motivation und mangelnde Impulskontrolle sind des noch unreifen Gehirns zuzuschreiben. Die Gehirnstruktur verändert sich in der Vorpubertät enorm, was sehr viel Energie und Kapazität verbraucht. Hab Verständnis dafür und nimm nicht alles persönlich, was zwischen euch passiert.

Vorpubertät: Geduld ist gefragt

Man kann es Kindern in dieser und der kommenden Lebensphase häufig nicht recht machen. Mit einer großen Portion Empathie und Geduld können wir unseren Kindern aber sehr weit entgegenkommen. Fordere nichts ein, was dein Kind noch nicht leisten kann. Es ist dabei sich zu entwickeln und dafür braucht es dich!

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Bildnachweis Beitragsbild: Pixabay (c) ottawagraphics

 

 

 

 

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